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Sehr geehrte Damen und Herren!
Erik Peter kritisiert den bekannten Schauspieler Volker Bruch, dass er die Aktion #allesdichtmachen von über 50 Schauspielern mit organisiert hat und nun auch noch in die Partei "Die Basis" eingetreten ist. Damit habe er sich "in eine Ecke mit Rechten und Aluhüten gestellt", mein Erik Peter. Als Begründung führt er an, dass "Die Basis" eine "neue, menschen- und naturgemäße Gesellschaftsordnung" anstrebe. In der Tat sieht "Die Basis" ein grundlegendes Problem darin, "dass immer mehr Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wirtschaftlichen Maximen der Gewinnmaximierung und /oder dem politischen Machtgewinn und -erhalt untergeordnet werden". Das will "Die Basis" ändern, indem "im politischen Leben eine durchgängige, direkte Beteiligung der Bürger durch basisdemokratische Verfahren gewährleistet wird", und der Staat solle "wirtschaftliche Rahmenbedingungen und steuerliche Anreize festlegen, durch die die wirtschaftliche Tätigkeit dem sozialen und ökologischen Gemeinwohl dient," und "Die Basis" setzt sich für "die Besteuerung in Deutschland tätiger, internationaler Konzerne" ein.
Das sind meines Erachtens hehre Absichten, und wenn Erik Peter abwertend meint, das entspräche "anthroposophischer und esoterischer Manier", dann hätten Anthroposophie und Esoterik zumindest in diesem Punkte Recht, und Erik Peters missgünstiges Geschwurbel würde nichts weiter sein, als der misslungene Versuch, die politische Position von Volker Bruch zu diskreditieren.
Auch der Berliner Tagesspiegel schwurbelt seit Tagen in ähnlicher Weise gegen Volker Bruch, hatte heute aber ein Einsehen, dass es so nicht geht, indem er entschuldigend schreibt: "In einer vorherigen Version konnte der Eindruck entstehen, dass die Partei 'Die Basis' und Volker Bruch rechtsextremistisches Gedankengut hegen. Das war nicht unsere Absicht. Wir haben den Artikel entsprechend korrigiert." Es stünde Erik Peter und der TAZ ebenfalls gut an, ihr lästerliches Geschwurbel gegenüber Volker Bruch zu widerrufen.
Quelle für das Zitat aus dem Tagesspiegel:
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/ard-nimmt-stellung-zu-volker-bruch-wir-kommentieren-politische-aktivitaeten-nicht/27161000.html
Über eine Veröffentlichung würde ich mich freuen.
Mit freundlichem Gruß
Walter Ruffler (Bremen, 06.05.2021)
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Im Interview mit Anja Maier beklagt rbb-Reporter Olaf Sundermeyer eine "wachsende Medienfeindlichkeit in der Pandemie". Er beschuldigt die "Anführer" der Proteste gegen die behördlichen Corona-Maßnahmen Michael Ballweg und Anselm Lenz, das "medienfeindliche Klima vor Ort" anzuheizen. Ich finde, der Fairness halber sollte Frau Maier auch ein Interview mit Ballweg und Lenz führen und ihnen die Gelegenheit geben, zu diesem Vorwurf Stellung zu beziehen und ihre Sicht auf die Medien darzustellen. Damit würde der Weser-Kurier seinem Anspruch auf umfassende Information gerecht werden.
Ein bisschen liegt es auch an der Berichterstattung Sundermeyers, dass er bei Demonstranten wenig Freunde hat, wenn man sich beispielsweise seinen Bericht in der Tagesschau am 18.11.2020 über eine Demo vor dem Brandenburger Tor in Berlin anschaut. Die naheliegende Frage nach der Verhältnismäßigkeit des Wasserwerfereinsatzes gegen 10.000 friedliche Demonstranten kommt ihm nicht in den Sinn. Er nimmt vielmehr die law and order-Perspektive des Berliner Innensenators Geisel (SPD) ein, wenn er bedauernd sagt: "Das Problem sind die Kinder in der Menschenmenge, die wiederum dafür sorgen, dass die Polizei nicht so hart konsequent gegen die Demonstrierenden vorgehen kann, wie sie das eigentlich möchte." Da verwechselt Sundermeyer Tendenzberichterstattung mit Pressefreiheit.
Quelle für die Aussage Sundermeyers: https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-784421.html
Über eine Veröffentlichung würde ich mich freuen.
Mit freundlichem Gruß
Walter Ruffler (Bremen, 03.05.2021)
Anm: Der Weserkurier hat den Leserbrief in seiner Ausgabe vom 09.05.2021 abgedruckt
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Sehr geehrter Herr Angenendt,
auf Ihren Kommentar "Enttäuschende Darbietung" im Weser-Kurier vom 24.04.2021 hin habe ich mir die Videos der Schauspieler von #allesdichtmachen angeschaut: Ich bin begeistert. Das ist endlich mal ein frischer Wind, eine andere Sicht auf die Corona-Politik der Bundesregierung als die Unheilsprophezeihungen von Lauterbach, Wieler und dem völlig überforderten Jens Spahn.
Besonders gefallen hat mir der Beitrag von Nina Gummich, in dem sie das Grundrecht der Meinungsfreiheit neu definiert, als Freiheit von einer eigenen Meinung. So sagt sie u.a.: "Eine eigene Meinung zu haben ist momentan tatsächlich krass unsolidarisch, führt zu immer mehr Infektionen, verunsichert nicht nur mich selbst, sondern auch mein gesamtes Umfeld. Und das muss ja nicht sein. Es ist für uns alle am besten, wenn wir einfach das wiedergeben, was uns von der Bundesregierung aufgetragen wird."
Es ist, als hätte Frau Gummich Ihren Kommentar gekannt, in dem Sie warnen, dass durch #allesdichtmachen Millionen Menschen "erstmals auf quere Gedanken kommen könnten."
Doch wenn Sie den #allesdichtmachen - Schauspielern Defätismus vorwerfen, dann dürften Ihnen auch einige Artikel von Weser-Kurier-Kollegen nicht gefallen. So der Kommentar von Norbert Holst "Dicke Backen", der die "Bundes-Notbremse" hinterfragt und der Artikel von Patrick Reichelt "Tappen im Dunkeln", der ein vernichtendes Fazit der Corona-Politik der Bundesregierung zieht: "Die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung und der Länder, ja, der Politik im Allgemeinen, hat in den vergangenen Monaten gelitten" (beide im Weser-Kurier am 18.04.2021). Oder gar der Kommentar "Ketzerei - über Virus und Verfassung" Ihres Kollegen Joerg Helge Wagner vom 26.04.2020 (!), der letztes Jahr beim ersten Lockdown deutlich machte, dass "die Reproduktionszahl schon Tage vor dem großen Lockdown am 23. März auf den erstrebten Wert gesunken" war und fragte: "Welchen Sinn machte also die folgende Vollbremsung unserer Volkswirtschaft?" Oder der Kommentar "Realsatire" Ihres Kollegen Dietrich Eickmeier vom 03.05.2020 über die Merkwürdigkeiten der "Corona-Bürokratie"?
Gerade diese Artikel Ihrer Kollegen aber sind Lichtblicke in einer weitgehend regierungs-konformen Berichterstattung der Medien, deren Konsequenz Nina Gummich in ihrer Satire so überaus treffend darstellt.
Mit freundlichem Gruß
Bremen, 25.04.2021 Walter Ruffler
(Mitglied der Bremischen Bürgerschaft 1991 - 1995)
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Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit bitte ich um Veröffentlichung des folgenden Leserbriefs zum Konflikt Ukraine/NATO/Russland:
Die Zuspitzung im Osten der Ukraine, mit großen Risiken zur Auslösung eines unkontrollierbaren Krieges, bereitet mir große Sorgen. In den hiesigen Medien erfolgt dazu meistens eine einseitige Darstellung mit Schuldzuweisungen an Russland. Der Feindbildaufbau gegen Russland erreicht eine neue Qualität, und dies 80 Jahre nach dem Überfall der Nazi-Wehrmacht auf die Sowjetunion.
Ausgeblendet wird, dass die Separatistenrepubliken in der Ostukraine nach nationalistischer und zum Teil faschistischer Aggression gegen die russischsprachige Bevölkerung in diesen Regionen entstanden sind. Die starke Präsenz rechter, paramilitärischer Kräfte in der Ukraine seit dem Umsturz von 2014 wird völlig ignoriert.
Der Botschafter der Ukraine in Berlin droht mit dem Aufbau eines eigenen Atomwaffenarsenals, der Präsident der Ukraine fordert den NATO- Beitritt. Aktuell beginnt in diesen Tagen das großangelegte Kriegsmanöver „Defender Europe 2021“ mit Beteiligung der Bundeswehr in der Schwarzmeerregion.
Die Bundesregierung muss sich für eine Friedenspolitik, für Deeskalation, Abrüstung und Entspannung einsetzen und darf nicht weiteres Öl ins Feuer gießen.
Ekkehard Lentz, Bremen
Anm.: Der Leserbrief wurde vom Weserkurier veröffentlicht am 25.04.2021, siehe unten
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Sehr geehrte Damen und Herren!
Ein Foto auf S. 4 im Weser-Kurier am 17.02 2021 zeigt einen ausgebrannten Tanklastwagen in der Nähe der afghanischen Stadt Kundus. Dort waren am 4. September 2009 bei einem Luftangriff von US-amerikanischen Kampfflugzeugen gut 100 Menschen ums Leben gekommen, zumeist Bauern aus den umliegenden Dörfern, Frauen und Kinder, die aus zwei im Sand festgefahrenen Tanklastern Benzin abgezapft haben. Den Befehl zum Luftangriff hatte ein deutscher Bundeswehr-Oberst gegeben (der später zum General befördert wurde). Ein afghanischer Vater, der bei dem Angriff seine beiden Söhne verloren hatte, warf der Bundesrepublik Deutschland beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte deshalb massive Menschenrechtsverletzungen vor. Seine Klage wurde abgewiesen. Der Offizier sei zu Recht nicht von deutschen Gerichten angeklagt worden, denn er habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Ist das Gerechtigkeit? Warum tötet die Bundeswehr in deutschem Namen und damit auch in meinem Namen Menschen in fernen Ländern? Sind das die "westlichen Werte", die unsere Politiker in Sonntagsreden häufig beschwören? Wird in Afghanistan seit 19 Jahren wirklich „unsere“ Freiheit verteidigt, wie dies seinerzeit der sozialdemokratische Verteidigungsminister Peter Struck behauptete? Für die 56 in Afghanistan zu Tode gekommenen deutschen Soldaten wurde ein „Ehrenhain“ eingerichtet – wo wird der afghanischen Opfer des Bundeswehreinsatzes gedacht?
Mit freundlichem Gruß
19.02.2021 Walter Ruffler
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